Stationsbasiertes CarSharing in Berlin wirkt deutlich verkehrsentlastend - Oply

Berliner Oply Nutzer haben vor einigen Wochen die Einladung zu einer Umfrage des Bundesverband CarSharing (bcs) erhalten. Dabei wurde die verkehrsentlastende Wirkung von stationsbasiertem Carsharing und verwandten Angebotsformen in Berlin untersucht. Ergebnis: Die betrachteten Carsharing-Angebote reduzieren den privaten Autobesitz und verhindern in erheblichem Umfang Pkw-Neuanschaffungen.Sie sollten nach Meinung des bcs deshalb durch das Land Berlin aktiv gefördert werden.

 

Befragt wurden in der Studie 1.249 Nutzer der Carsharing-Anbieter cambio, stadtmobil und Oply in Berlin. Diese Anbieter stellen ihre Fahrzeuge gezielt an festen Plätzen oder in Nachbarschaften in der Nähe des Wohnorts der jeweiligen Kund*innen bereit. Die Fahrzeuge sind nicht an ein Geschäftsgebiet gebunden, sie müssen am Ende der Fahrt allerdings wieder zum Bereitstellungsort zurückgebracht werden. Dieser Angebotszuschnitt orientiert sich stark an den Nutzungsmustern eines privaten Pkw. Er unterscheidet sich damit vom Zuschnitt des free-floating Carsharing, wie es vor allem große Automobilhersteller in Berlin anbieten.

 

In den Haushalten, die stationsbasiertes Carsharing oder Homezone-Carsharing nutzen, ist der Bestand an privaten Pkw, verglichen mit dem Bestand kurz vor der Anmeldung zum Carsharing, um 53 Prozent zurückgegangen. 84 Prozent der Nutzer besitzen heute gar kein eigenes Auto mehr. Zum Vergleich: In der Berliner Gesamtbevölkerung besitzen rund 40 Prozent aller Haushalte keinen privaten Pkw, in der inneren Stadt sind es 53 Prozent. Carsharing-Nutzer sind demnach deutlich häufiger „autofrei“ als der Bevölkerungsdurchschnitt. Der Bundesverband Carsharing e.V. sieht aus diesem Grund ein erhebliches Potenzial für eine autoärmere Stadt durch die möglichst flächendeckende Bereitstellung stationsbasierter und verwandter Carsharing-Angebote.

 

Eine Mehrheit der Kund*innen betrachtet das Carsharing-Angebot als vollwertigen Ersatz für ein eigenes Auto. 65 Prozent der befragten Nutzer stimmen der Aussage ganz oder größtenteils zu, dass Carsharing ein vollwertiger Ersatz für ein eigenes Auto sei. In unserer eigenen Umfrage liegt diese Zahl sogar noch höher: Hier sehen uns über 80 Prozent
als Alternative zum eigenen Fahrzeug. Nur 13 Prozent sind gegenteiliger Meinung. Und auch für Familien sind die untersuchten Carsharing-Angebote offenbar geeignet: 55 Prozent der Befragten haben in ihrem Haushalt Kinder unter 18 Jahren.

 

Neben der konkreten Abschaffung privater Pkw tragen stationsbasiertes Carsharing und Homezone-Carsharing erheblich dazu bei, dass private Haushalte keine neuen Pkw anschaffen: Gäbe es gar kein Carsharing mehr, dann würde die Zahl privater Pkw in den Haushalten sich nach Einschätzung der Befragten gegenüber dem heutigen Wert fast verdreifachen.